Aktuelle Meldung

EU-Korruptionsskandal „Qatargate“ - Rückblick auf den Online-Bürgerdialog am 21. Februar 2023

Mehr als 70 Teilnehmende nahmen die Gelegenheit wahr und diskutierten mit Gabriele Bischoff MdEP, u.a. Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für konstitutionelle Fragen im Europäischen Parlament, Prof. Dr. Eva Heidbreder, Professorin für Politikwissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Timo Lange, Kampagnenleiter bei LobbyControl, und Markus Preiß, Leiter des ARD-Europastudios in Brüssel, über die Auswirkungen des EU-Korruptionsskandals „Qatargate“ auf die europäische Demokratie.

 

Copyright: Europa-Union Deutschland e.V.

Vor mehr als zwei Monaten am 9. Dezember 2022 stellte die belgische Polizei bei einer Großrazzia 1,5 Millionen Euro Bargeld sicher und verhaftete mehrere Verdächtige, darunter die damalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Eva Kaili. Seitdem ist die Aufarbeitung des Korruptionsskandals „Qatargate“ – sowohl juristisch als auch politisch – in vollem Gange. Wie konnte es so weit kommen? Benötigt das EU-Parlament strengere Transparenz- und Lobbyregeln? Diese Fragen prägten den ersten Online-Bürgerdialog der Europa-Union Deutschland des Jahres 2023 am 21. Februar.

Zu Beginn ergab ein Meinungsbild unter den vier Mitwirkenden und den Teilnehmenden, dass unter den ersten Reaktionen vor allem Bestürzung und Schock dominierten. Timo Lange führte darüber hinaus aus, dass der Korruptionsskandal vor allem eine Steilvorlage für Europaskeptiker gewesen sei. Allerdings räumte er ein, dass das Europäische Parlament insgesamt gut reagiert hätte – ganz im Gegensatz zum Deutschen Bundestag im Nachgang an das Bekanntwerden der „Maskendeals“. Markus Preiß prognostizierte, dass der Skandal bis zur Europawahl 2024 Nachwirkungen haben werde, während Eva Heidbreder vor allem ihrer Hoffnung Ausdruck verlieh, dass die Transparenz- und Lobbyregeln verschärft würden. Gabriele Bischoff verglich den Korruptionsskandal und seine Auswirkungen für das Europäische Parlament mit einem Erdbeben und konstatierte: „Die Art wie wir arbeiten, wird sich ändern.“ Sie hob vor allem die Einrichtung einer unabhängigen Ethik-Kommission hervor, die nun von einer großen Mehrheit im Parlament befürwortet werden würde. Markus Preiß verlieh daran anknüpfend seiner Verwunderung Ausdruck, dass Eva Kaili im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres „heimlich“, da sie kein Ausschussmitglied gewesen sei, an einer Abstimmung zu Visa-Erleichterungen für Katar teilnehmen konnte. Er räumte jedoch auch ein, dass sich, sofern kriminelle Energie vorhanden sei, Korruption und kriminelle Handlungen nicht gänzlich vermeiden ließen. Timo Lange bestätigte dies und konkretisierte, dass Kontrolle, Aufsicht und Umsetzung geltender Regeln unabdingbar seien, um Regelabweichungen sanktionieren zu können.

Gabriele Bischoff hob noch einmal hervor, dass Transparenz ein elementares Gut für die Demokratie sei und sie verwundert sei, wie viele Europaparlamentarier Neben- und Haupttätigkeiten hätten. Eva Heidbreder betonte ihrerseits, dass das Europäische Parlament bzw. die EU als Ganzes an ihren Gegenmaßnahmen gemessen werde. Die Tatsache, dass der „Realitätsschock“, den „Qatargate“ verursacht habe, zu einer Gegenreaktion geführt hat, zeige, dass der Großteil der Parlamentarier auf die Bürgerinnen und Bürger hören würde. Es spiele folglich eine große Rolle, „wen wir ins Europäische Parlament wählen.“

Timo Lange nutzte die Gelegenheit, um stattdessen ein Verbot für Lobbytätigkeiten von Abgeordneten sowie ein verpflichtendes Lobbyregister, auch für Drittstaaten, zu fordern. Damit konfrontiert hob Gabriele Bischoff die Bedeutung der Einigung auf eine unabhängige Ehtik-Behörde hervor, räumte jedoch ein, dass noch unklar sei, ob über den 14-Punkte-Plan von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hinaus weitere Verschärfungen der Transparenz- und Lobbyregeln möglich seien. Wie auch Gabriele Bischoff zuvor stellte Eva Heidbreder auf die Bedeutung der Zivilgesellschaft ab: Es sei ihre Aufgabe, insbesondere im Kontext der Europawahl im nächsten Jahr den öffentlichen Druck hochzuhalten und die Themen Transparenz und Lobbying auf der Agenda zu halten.

Angesprochen auf die Abschlussfrage, wie zuversichtlich sie seien, dass ein Skandal wie „Qatargate“ in den EU-Institutionen zukünftig nicht mehr vorkäme, machten sowohl Gabriele Bischoff als auch Eva Heidbreder und Timo Lange deutlich, dass sie optimistisch seien, dass  die angekündigten Maßnahmen umgesetzt würden, sodass der nächste Skandal frühzeitiger von Whistleblowern aufgedeckt werden könne.

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Ein breiter und offener Dialog ist uns wichtig, daher arbeiten wir mit einer Vielzahl von Partnern aus Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Der Online-Bürgerdialog wurde als Teil des Bürgerdialogprojekts „Europa – Wir müssen reden!“ veranstaltet und durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gefördert. Die Moderation übernahm Pia Schulte, freie Moderatorin.

Weitere Informationen zu unserer bundesweiten (Online-)Bürgerdialogreihe „Europa – Wir müssen reden!“ und alle zukünftigen Termine finden Sie hier.

EINLADUNG: Quo vadis, deutsch-polnische Partnerschaft?

Perspektiven, Herausforderungen und das Potenzial vor unserer Haustür

 

📅 Donnerstag, 12. März

🕙 18.30 Uhr

📍 Mehr-Generationen-Haus Falkensee, Ruppiner Straße 15

 

Die deutsch-polnischen Beziehungen stehen an einem entscheidenden Wendepunkt. Während die sicherheitspolitische Notwendigkeit beide Länder enger zusammenrücken lässt, bleiben historische Fragen und innenpolitische Debatten ständige Begleiter des diplomatischen Alltags.

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, laden der Rotary-Club Falkensee, die Europa-Union Havelland und der Verein care4democracy Sie herzlich zu einer hochkarätigen Diskussionsrunde ein.

Unser Gast: Knut Abraham (MdB)

Wir freuen uns besonders, Knut Abraham als Experten für diesen Abend gewonnen zu haben. Als Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU) und Berichterstatter für Polen im Auswärtigen Ausschuss sowie ehemaliger Diplomat an der Botschaft in Warschau bringt er eine tiefe Expertise mit:

  • Der Diplomat: Er kennt die feinen Nuancen der Regierungszusammenarbeit und die Mechanismen des Weimarer Dreiecks.
  • Der Brückenbauer: Sein Fokus liegt auch auf der zwischengesellschaftlichen und grenznahen Zusammenarbeit – dort, wo Partnerschaft im Alltag gelebt wird.

Themen des Abends: Quo vadis?

Gemeinsam wollen wir beleuchten, wie es um das „Herzstück“ Europas bestellt ist:

  1. Politischer Neustart & Reibungspunkte: Wie stabil ist das Verhältnis unter der Regierung von Donald Tusk? Welche Rolle spielen historische Fragen heute?
  2. Sicherheit im Fokus: Die Zusammenarbeit mit Frankreich im Weimarer Dreieck angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine.
  3. Potenziale im Havelland: Wie können wir Städtepartnerschaften und persönliche Kontakte in Falkensee und Umgebung neu beleben?

Anmeldung & Teilnahme

Wir freuen uns auf einen regen Austausch, insbesondere mit den im Havelland lebenden Polinnen und Polen sowie allen Interessierten.

Bitte melden Sie sich über den folgenden Link an: 👉 Hier online registrieren

Hinweis: Sie können diesen Link gerne in Ihren Netzwerken teilen! Sollten Sie Schwierigkeiten mit der Online-Anmeldung haben, kontaktieren Sie uns bitte direkt per E-Mail oder Telefon (enrico.lindhorst(at)icloud.com oder 0162-8111501)

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Veranstalter: Rotary-Club Falkensee | Europa-Union Havelland | care4democracy

Einladung zum Neujahrsempfang der Europa-Union Havelland e.V.

Neujahrsempfang der Europa-Union Havelland

📅 Sonntag, 11. Januar 2026

🕙 Einlass ab 10:00 Uhr | Beginn um 10:30 Uhr

📍 Karls Erlebnis-Dorf, Elstal, Pfannkuchenschmiede

 

Die deutsch-polnischen Beziehungen stehen an einem entscheidenden Wendepunkt. Während die sicherheitspolitische Notwendigkeit beide Länder enger zusammenrücken lässt, bleiben historische Fragen und innenpolitische Debatten ständige Begleiter des diplomatischen Alltags.

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, laden der Rotary-Club Falkensee, die Europa-Union Havelland und der Verein care4democracy Sie herzlich zu einer hochkarätigen Diskussionsrunde ein.

Unser Gast: Knut Abraham (MdB)

Wir freuen uns besonders, Knut Abraham als Experten für diesen Abend gewonnen zu haben. Als Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU) und Berichterstatter für Polen im Auswärtigen Ausschuss sowie ehemaliger Diplomat an der Botschaft in Warschau bringt er eine tiefe Expertise mit:

  • Der Diplomat: Er kennt die feinen Nuancen der Regierungszusammenarbeit und die Mechanismen des Weimarer Dreiecks.
  • Der Brückenbauer: Sein Fokus liegt auch auf der zwischengesellschaftlichen und grenznahen Zusammenarbeit – dort, wo Partnerschaft im Alltag gelebt wird.

Themen des Abends: Quo vadis?

Gemeinsam wollen wir beleuchten, wie es um das „Herzstück“ Europas bestellt ist:

  1. Politischer Neustart & Reibungspunkte: Wie stabil ist das Verhältnis unter der Regierung von Donald Tusk? Welche Rolle spielen historische Fragen heute?
  2. Sicherheit im Fokus: Die Zusammenarbeit mit Frankreich im Weimarer Dreieck angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine.
  3. Potenziale im Havelland: Wie können wir Städtepartnerschaften und persönliche Kontakte in Falkensee und Umgebung neu beleben?

Anmeldung & Teilnahme

Wir freuen uns auf einen regen Austausch, insbesondere mit den im Havelland lebenden Polinnen und Polen sowie allen Interessierten.

Bitte melden Sie sich über den folgenden Link an: 👉 Hier online registrieren

Hinweis: Sie können diesen Link gerne in Ihren Netzwerken teilen! Sollten Sie Schwierigkeiten mit der Online-Anmeldung haben, kontaktieren Sie uns bitte direkt per E-Mail oder Telefon (enrico.lindhorst(at)icloud.com oder 0162-8111501)

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Veranstalter: Rotary-Club Falkensee | Europa-Union Havelland | care4democracy